Sinngebende und spirituelle Ressourcen stärken 

Professionelles Handeln im Gesundheitswesen ist untrennbar mit existenziellen Themen wie Endlichkeit und Vulnerabilität konfrontiert. Um diesen Themen tragfähig begegnen zu können, benötigen Fachpersonen innere Ressourcen. Sinngebende bzw. spirituelle Ressourcen zu stärken bedeutet, eine verlässliche innere Orientierungs- und Bedeutungsgrundlage zu entwickeln, die das eigene professionelle Handeln trägt.

Spiritualität: Mehr Sein als Tun

Im Rahmen von Care for the Carers wird Spiritualität in einem weiten Sinn verstanden. Spiritualität verweist auf jene Dimension des Menschseins, in der Fragen nach Sinn, Verbundenheit, Orientierung und Zugehörigkeit berührt werden. Sie zeigt sich dort, wo Menschen mit sich selbst, mit anderen, mit der Welt oder mit etwas, das grösser ist als sie selbst, in Beziehung treten.

Diese Dimension kann auf unterschiedliche Weise Gestalt annehmen. Manche Menschen finden ihren Zugang über religiöse oder spirituelle Traditionen. Andere erleben ihn in Beziehungen, in der Natur, in Momenten der Stille, in Kreativität, Dankbarkeit, Hoffnung oder im Erleben von Sinn und Verbundenheit

Spiritualität hat weniger mit Tun als mit Sein zu tun. Sie erschöpft sich nicht in Methoden oder Techniken, sondern betrifft die Art und Weise, wie Menschen sich selbst, anderen und dem Leben begegnen. Sie zeigt sich in Präsenz, Aufmerksamkeit, Offenheit und der Fähigkeit, auch Ungewissheit, Verletzlichkeit und Begrenztheit Raum zu geben.

Die im Rahmen von Care for the Carers vorgestellten Übungen verstehen sich als Einladungen, diese Dimension bewusster wahrzunehmen und zu kultivieren. Ihre Wirkung entfaltet sich vor allem durch regelmässige Praxis und Wiederholung, wenn Momente der Reflexion, Achtsamkeit, Stille oder Verbundenheit Teil des Alltags werden.

Warum spirituelle Ressourcen professionell wichtig sind

Spirituelle Ressourcen stärken Präsenz und Resonanzfähigkeit im professionellen Handeln. Sie ermöglichen es, dem Gegenüber offen und aufmerksam zu begegnen und Beziehungen tragfähig zu gestalten. Gleichzeitig fördern sie innere Stabilität und einen reflektierten Umgang mit Fehlern und Ambivalenzen – besonders in Situationen begrenzter Kontrollierbarkeit.

Zentrale Grundlagen

Praktische Impulse für den Alltag

Quellen & weiterführende Literatur

Salehpour, M., Sharifi, S., & Parandeh, A. (2025). Spiritual self-care in clinical nursing: An integrative review. International Journal of Nursing Studies Advances. | Jones, K. F. et al. (2024). Effect of a spiritual care training program to build knowledge, competence, confidence and self-awareness among health and aged care staff. Journal of Religion and Health. | Whitehead, I. O. et al. (2023). Systematic review of the relationship between burn-out and spiritual health in doctors. BMJ Open. | Brun, C. et al. (2023). Mindfulness and compassion training for health professionals: A qualitative study. Frontiers in Psychology. | La Torre, G. et al. (2022). Mindfulness as a tool for reducing stress in healthcare professionals: An umbrella review. Work. | Jones, K. F. et al. (2021). The content, teaching methods and effectiveness of spiritual care training for healthcare professionals. Journal of Pain and Symptom Management. | Kriakous, S. A. et al. (2021). The effectiveness of mindfulness-based stress reduction on the psychological functioning of healthcare professionals. Mindfulness. | Steindl-Rast, D. (2021). Die Achtsamkeit des Herzens. Herder. | Spinelli, C., Wisener, M., & Khoury, B. (2019). Mindfulness training for healthcare professionals and trainees: A meta-analysis. Journal of Psychosomatic Research. | Paal, P., Helo, Y., & Frick, E. (2015). Spiritual care training provided to healthcare professionals: A systematic review. Journal of Pastoral Care & Counseling. | Weiher, E. (2014). Das Geheimnis des Lebens berühren. Kohlhammer. | Henoch, I. et al. (2013). Training intervention for health care staff in the provision of existential support to patients with cancer. Journal of Pain and Symptom Management. | Fillion, L. et al. (2009). Impact of a meaning-centered intervention on job satisfaction among palliative care nurses. Psycho-Oncology.